Ein Gang durch die Kirche St.Antonius
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Blick zum Altarraum

Die St. Antoniuskirche in Bremen-Osterholz hat seit 1960, dem Jahr des ersten Kirchenbaues, eine wechselvolle Baugeschichte erlebt. Bereits nach fünfzehn Jahren, 1974/1975, musste die Kirche gründlich überholt und erweitert, nach weiteren zwanzig Jahren, 1993/1994, wegen erheblicher Baumängel gar abgerissen und in völlig neuer Form wieder aufgebaut werden.

Wer den Kirchenraum durch einen der beiden Eingänge an der Westseite betritt, wird sogleich auf den an der gegenüberliegenden Seite leicht erhöht gelegenen Altarbereich aufmerksam, auf den von drei Seiten her die Kirchenbänke (310 Sitzplätze) zugeordnet sind. So erfüllt er seine Funktion, wirklich der sakrale Mittelpunkt der hl. Messe zu sein. Alle seine liturgischen Gegenstände (Altarunterbau, Ambo, Sedilien, Sakramentshäuschen, Kredenz) sind aus Bronze gefertigt und enthalten an ihren Seitenflächen zahlreiche Szenen aus dem biblischen Geschehen des Alten und des Neuen Testamentes.

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Der Tabernakel ("Der Sturm auf dem See")

Eine besondere Beachtung fordert das bronzene, mit farbigen Emailleplatten verzierte Altarkreuz an der Wand hinter dem Altar. Es hat die in der Frühzeit des Christentums gebräuchliche „griechische“ Form (die „crux quadrata“), aber versehen mit einem modernen, fast abstrahierten Corpus, eine Kombination, die zwei Jahrtausende christlicher Sakralkunst umspannt.

Der Höhepunkt der katholischen Liturgie wird zweifellos in der gemeinschaftlichen Eucharistiefeier erreicht, was aber nicht bedeutet, dass nicht auch der persönlichen Frömmigkeit Raum gegeben würde. So zeigen Christen seit alters her ihre ganz eigene Andacht (lat. devotio) vor heiligen Bildern und Statuen. Auch die St. Antoniuskirche bietet solche „Devotionsorte“: der zur Meditation über Jesu Leidensweg einladende Kreuzweg mit seinen 15 (!) Stationen oder die zur Verehrung der Gottesmutter eingerichtete Ikonenecke, ferner die zum Blättern ausgelegte große Bücker-Bibel, die mit ihren „Bildern des Heiles“ eine Veranschaulichung der Heilsgeschichte darstellt, wie sie in dieser Eindringlichkeit nur selten zu sehen ist, und schließlich, neben einem separaten Meditationsraum, die kleine Antoniuskapelle mit einer Statue des Heiligen, dem immer wieder Gläubige im stillen Gebet ihre Anliegen vortragen.

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Was die St. Antoniuskirche aber besonders anziehend macht, ist die Vielzahl ihrer Buntglasfenster. Dazu zählen die zehn „Heiligenfenster“ in der Westwand, alle 1960 von Gemeindemitgliedern oder Geistlichen der Muttergemeinde St. Elisabeth gestiftet, ferner die Fenster an den beiden Schmalseiten der Kirche, entweder „Werke der Barmherzigkeit“ (je drei) oder Motive aus der „Geheimen Offenbarung des Johannes“ darstellend: in der Nordwand die apokalyptischen Reiter und der von den Posaunenengeln eingerahmte „erhöhte Christus“, in der Südwand die „vier Lebewesen“ Mensch – Stier – Löwe – Adler, auch Symbole für die vier Evangelisten. Als besonders eindrucksvoll erweist sich dem Betrachter hier aber ein Fenster, das, ebenfalls von Posaunenengeln begleitet, „Maria, die Himmelskönigin“ zeigt. In diesem Fenster nämlich wird in nur einem Bild die Gottesmutter zugleich als „Königin des Himmels“ („Regina caeli“), als „Mutter der Barmherzigkeit“ („Mater misericordiae“) und als die „ohne Erbsünde empfangene Jungfrau“ („Maria immaculata“) dargestellt: eine ikonographische Rarität!

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Die Posaunenengel                                   "Christus stirbt für uns aus Liebe"

Sakrale Ausstattung: Egino Weinert, Köln / Hubert Janning, Münster
Antoniusstatue: H. Hörnschemeyer, Osnabrück
Fenster: Ludwig von der Forst, Münster / Renate Groß, München
Literatur: Willy Hunold: Die St. Antoniuskirche zu Bremen-Osterholz. Ihre Liturgische, meditative und künstlerische Ausstattung, Bremen 2005

Bei der Gründung des Pastoralen Raumes haben wir unseren Kirche verschiedene Orte eingerichtet, wo wir zum Gebet für bestimmte Gruppen einladen. In St.Antonius denken wir an die Täuflinge unserer Gemeinde. Das größflächige Bild, das viele Taufsymbole zeigt, wurde von einer Künstlerin unserer Gemeinde erstellt.

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Gebetsort für Täuflinge