Ein Gang durch die Kirche St.Godehard

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Die Kirche, eine dreischiffige Basilika mit fünf Jochen, einem quadratischen Chorraum mit halbrund abgeschlossener Apsis, besitzt eine Gesamtlänge von 36m, eine Breite von 16,2m, eine Traufenhöhe des Mittelschiffes von 10,4m und eine Firsthöhe von 15m. Das Mittelschiff ist 7m breit und 10,2m hoch, die Seitenschiffe sind je 3,5m breit und 4,5m hoch. Der Turm hat eine Höhe von 30m.

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Ein besonderer Blickpunkt ist das Hauptportal mit seinen schmiedeeisernen Beschlägen. Über der Eingangstür ist ein vom Bremer Bildhauer Manfred Lohrengel, nach einem alten Vorbild geschaffenes Fries, das das Osterlamm darstellt, umgeben von Blattranken.

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Über dem Altar hängt ein großes Triumphkreuz. Christus trägt hier nicht die Dornenkrone, sondern eine Königskrone. An den Enden erkennt man die Evangelistensymbole: der "Mensch/Engel" für Matthäus, der "Löwe" für Markus, der "Stier" für Lukas und der "Adler" für Johannes. Das Kreuz ist ein Geschenk der Familie Otto.

Der Altar in seinen romanischen Formen ist in Oberkirchener Sandstein gestaltet. Tabernakel und Ambo, entworfen von Klaus Kilian, Braunschweig, sind in Bronze gestaltet und mit Bergkristallen geschmückt. Zusammen mit den Wandleuchtern, dem Osterleuchter und dem Deckel des Taufbrunnens sind sie vom Goldschmiedemeister Raimund Lange, Wolfsburg, geschaffen.

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Besonders schön gestaltet ist auch die kleine Glocke an der Sakristei, die von den Messdienern zum Einzug geläutet wird. Auf ihr hat sich der Schmiedemeister W. Kima mit der Jahreszahl 1908 verewigt.

Der Kreuzweg ist vom Künstler Josef Krautwald aus Rheine gestaltet und enthält als 15. Station ein Relief, das den auferstandenen Christus darstellt.

Die Buntglasfenster der Kirche sind im Jahre 1959 von der Firma Otto Peters aus Paderborn gefertigt worden. Im rechten Seitenschiff zwei alttestamentarische Heilige: der Prophet Elias, der mit einem an seine Himmelfahrt erinnernden feurigen Wagen abgebildet ist, und Moses mit den Gesetzestafeln und dem Goldenen Kalb mit bloßen Füßen kniend vor dem brennenden Dornbusch. Im linken Seitenschiff zwei neutestamentarische Heilige: Johannes der Täufer und Petrus. Johannes wird dargestellt bei der Taufe Christi. Er weist auf das Gotteslamm mit der Siegesfahne. Petrus mit dem Schlüssel, einem Netz mit Fischen und einem Bild der Kirche. Die vier Fenster sind in kräftigen Farben ausdrucksvoll gestaltet. Sie werden abwechselnd von Fenstern begleitet, die eine ornamentale Zeichnung zeigen, jedoch nicht ganz so farbig gehalten sind. In gleicher Weise erhellt auf jeder Seite des Chores eine Dreiergruppe hochliegender Fenster mit verhaltener Ornamentik diesen Raum. Links neben dem Eingang der Kirche im Beichtraum, der alten Taufkapelle, finden wir die Darstellungen des Hl. Joseph und des Hl. Antonius von Padua.

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Die Brüstungswand der Orgelempore ist geprägt durch Relieftafeln, die ursprünglich am Kanzelkorb angebracht waren. Von links nach rechts handelt es sich dabei um den ersten Bischof von Bremen, den Hl. Willehad, den vierzehnten Bischof von Hildesheim, den Hl. Godehard, seinen Vorgänger als Bischof von Hildesheim, den Hl. Bernward und den ersten Erzbischof von Hamburg-Bremen, den Hl. Ansgar. Während der Hl. Willehad seinen Bischofsstab auf den Kopf eines (heidnisch-sächsischen) Fürsten setzt, bekämpft Godehard einen Drachen mit dem Stab, Bernward hält das berühmte Hildesheimer Bernwardskreuz hoch und Ansgar hat ein Dommodell in der Hand.

Die Orgel wird 1967 vom Orgelbaumeister Wolfgang Bötter, Frankenberg/Eder, in unsere Kirche eingebaut. Ihre Vorgängerin tat seit 1910 ihren Dienst. Bereits im Jahr 1979 wird sie generalüberholt und umgebaut. Sie verfügt über eine mechanische Traktur und 15 Register. Auf dem linken Seitenaltar finden wir eine vom Osnabrücker Bildhauer Georg Hörnschmeyer um 1960 geschaffene Pieta. Auf dem rechten Seitenaltar die Figur des Heiligen Joseph, der unsere Kirche zu seinen Füßen hat. Vor diesem Altar steht ein, von den Architekten Wellermann und Frölich entworfener, neuromanischer Taufstein. Der Fußbodenschmuck befand sich im Chorraum und ist bei der Neugestaltung hier neu verlegt worden.

Der Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen schenkte der Gemeinde eine Reliquie des Heiligen Godehard. Das Reliquiar schuf der Kevelaerer Goldschmied Wilhelm Polders.

Das Geläut besteht aus drei Glocken. Die Glockengießerei Otto, die unweit der Kirche ihre Gießerei betrieb, stiftete sie 1952 der Gemeinde. Die größte Glocke, mit einem Gewicht von 810 kg und einem Durchmesser von 1,10m, zeigt das Brustbild des Heiligen Franz Xaver und den Vers "Läute Du unseren Verstorbenen und Gefallenen". Die mittlere Glocke zeigt die Figur des Heiligen Joseph mit der Axt, dem Zeichen des Zimmermanns, und die Inschrift "Schirmherr unserer Kirche schütze uns und unsere Familien". Diese Glocke hat ein Gewicht von 550 kg und einen Durchmesser von 970 mm. Die kleinste Glocke ist 370 kg schwer und hat einen Durchmesser von 860 mm. Sie zeigt das Bildnis Marias als Himmelskönigin mit Krone und Zepter. Auf dem Arm trägt Maria das Jesuskind. Sie steht auf einer Lunula, ihr weiter Mantel wird an jeder Seite von einem Engel getragen. Die Inschrift lautet: "Heilige Maria, bitte, dass Gott uns den Frieden gebe und allen Streit und Krieg aufhebe".

Die harmonische neoromanische Kirchenarchitektur mit Resten der bauzeitlichen Ausstattung und das Pfarrhaus, das sich mit seinen neoromanischen Stilelementen der Kirche angleicht, bilden zusammen ein schützenswertes Ensemble, das 2000 unter Denkmalschutz gestellt wird.