Geschichte von St.Laurentius

Die jetzige Kapelle entstand 1999 im Zuge der Errichtung des neuen Caritas-Altenpflegeheimes. Doch schon seit September 1963 gab es an gleicher Stelle eine erste St.Laurentiuskirche. Als diese geplant und errichtet wurde, war gerade die erste Sitzungsperiode des 2.Vatikanischen Konzils beendet, bei der die „Konstitution über die heilige Liturgie“ beraten und weitgehend beschlossen wurde. So konnten beim Bau der Kirche von Anfang an die wichtigen Veränderungen, die mit dieser Konstitution verbunden waren, verwirklicht werden: Ein weiter, einladender Altarraum, der die tätige Mitfeier der Gemeinde unterstützt, ein freistehender Altar, der die Zelebration zur Gemeinde erlaubt und ein Priestersitz mitten in der Gemeinde.

Schon unter dem ersten Pastor, Pastor Hofschröer von St.Elisabeth, wurden die Gottesdienste in der nach dem Konzil beschlossenen „neuen Form“ und von Anfang an auch in deutscher Sprache gefeiert. Auch später, besonders zu Zeiten des Priesterkonventes gingen von St.Laurentius wichtige Gottesdienstimpulse aus. Weil das Liturgie-Forum-Lehrhaus mit Pastor Hanns Kessler und die Stadtgemeinde Johannes XXIII. in St.Laurentius Gottesdienste feiern, setzt sich somit bis heute eine langjährige gute Tradition fort.

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In St.Laurentius gab es zwar nie ein Gemeindezentrum, aber die Gemeinde hatte ein Wohnhaus für ihre Bedürfnisse angemietet. So konnte sich dennoch ein vielfältiges Gemeindeleben mit Taufkreisen, theologischen Arbeitskreisen, Besuchsdiensten, einem Treffpunkt für die „Ältere Generation“ sowie Jugendgruppen entwickeln.

Die Gemeinde litt allerdings von Anfang an unter zwei Entwicklungen: Zum einen erreichte der Stadtteil nie seine geplante Größe. Große Baugebiete wurden nie in Angriff genommen. So blieb diese Gemeinde immer deutlich kleiner als vorgesehen. Zum anderen unterblieb später wegen fehlender Wohnmöglichkeiten der Zuzug neuer und jüngerer Familien. Waren bei der Gemeindegründung gerade einmal 7% der Wohnbevölkerung in der Gartenstadt Vahr über 60 Jahre alt, waren es 30 Jahre später bereits mehr als viermal so viele! Mit der Umstrukturierung der Bremischen Katholischen Kirche zu Beginn der 90er Jahre wurde St.Laurentius deshalb als einzige der damals siebzehn katholischen Kirchen nicht selbständig, sondern sofort mit St.Hedwig verbunden.

Einige Jahre später setzte der lange und heftige Diskussionsprozess ein, anstelle der Kirche ein Altenpflegeheim zu errichten, dessen Kapelle so groß bemessen sei, dass sie den hier wohnenden Katholiken Gottesdienste sowohl werktags als auch sonntags ermöglichen würde. Das verlangte von der bisherigen Gottesdienstgemeinde schmerzhafte Umstellungen. Es gab übervolle, heftig diskutierende Gemeindeversammlungen. Die polnische Mission, die hier zeitweise Sonntagsgottesdienste feierte, machte sogar Eingaben bis nach Rom.

Im März 1999 wurde die alte Laurentiuskirche abgerissen, im Oktober 2000 die neue Kapelle durch Bischof Bode geweiht. Wenn man den Erweiterungsraum dazunimmt, finden hier gut 140 Gottesdienstbesucher Platz. Die Gottesdienstgemeinde ist dabei bunt gemischt und immer neu zusammengesetzt: alte „Laurentianer“, Bewohner des Altenpflegeheims, Angehörige, die zu Besuch sind, aber wegen der guten Busanbindung auch Gemeindemitglieder bis aus Blockdiek und Osterholz.

Selbstverständlich wird St.Laurentius heute vom Caritas-Haus geprägt. Von Beginn an unterstützen Marthaschwestern aus Indien die Pflege unserer 80 Bewohnerinnen und Bewohner.

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