Ein Gang durch die Kapelle St.Laurentius

Der Baukörper

Die St.Laurentius-Kapelle wurde sowohl als Gemeindekirche als auch als Hauskapelle für das Altenpflegeheim geplant. Der eigentliche Kapellenraum kann deshalb durch einen zusätzlichen Raum erweitert werden, so dass insgesamt bis zu 140 Sitzplätze möglich sind. Anstelle fester Kirchenbänken ist die Kapelle mit Stühlen ausgestattet. Dadurch kann die Sitzanordnung sowohl den Gottesdiensten entsprechend unterschiedlich gestaltet werden als auch auf Rollstuhlfahrer Rücksicht nehmen.

Im Kapellenraum dominiert in der Architektur und Ausstattung das Quadrat. Sie finden das Quadrat angefangen vom Grundriss, über Altar und Stuhlbespannung bis hin zu den Bodenfliesen und Holzverblendungen. In der jüdischen Zahlensymbolik steht die Quadratzahl „4“ für den weltlichen Bereich, denken Sie nur an die vier Himmelsrichtungen, die vier Jahreszeiten oder die vier Elemente der antiken Welt (Feuer, Wasser, Luft und Erde).

Über diesen Bereich der „Welt“ wölbt sich die zeltförmig ausgeprägte Decke: die Zeltform erinnert dabei an das Zeltheiligtum des frühen Judentums, den Ort der heiligen Gegenwart Gottes und der Aufbewahrung der Bundesurkunde. So verbindet die St. Laurentius-Kapelle mit ihrer symbolischen Bauform die Erde mit dem Himmel, Gott und die Menschen.

Der Raum ist insgesamt sehr ruhig gehalten. Die zu einem Teil indirekte Beleuchtung unterstreicht den meditativen Charakter des Kapellenraumes. Rings um das pyramidenförmige Zeltdach strahlen zwölf Lampen als Apostelleuchter.

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Architekt: Büro Tilgner & Stechow
Grundsteinlegung: 17.9.1999
Richtfest: 19.11.1999
Konsekration: 20.10.2000
Truhenorgel: Jürgen Kopp (Münster)

 

Die Ausstattung

Aus der Ausstattung der ersten Kirche stammt das große Bronzekreuz des Münsteraner Künstlers Gerhard Bücker. Es wurde 1978 bei einer Ausstellung im Bremer Dom gezeigt und danach von der Gemeinde erworben. Auch der Tabernakel und die Taufschale wurden aus der früheren Kirche übernommen.

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Den Grundstein der alten Kirche finden Sie im Haupteingangsbereich. Im Vorraum der Kirche ist darüber hinaus aus der früheren Verglasung ein Fenster eingelassen worden, das ein Bildnis des Hl.Laurentius zeigt, Im Speisesaal des Altenpflegeheims wird noch eine weitere, sehr viel größere Fensterfläche gezeigt: St.Laurentius, umgeben von Engeln und einer Taube als Symbol des Heiligen Geistes.

Von besonderer Bedeutung ist der Ort der Reliquienaufbewahrung. Während Reliquien üblicherweise in die Altäre eingemauert werden, wurden sie in dieser Kapelle in die Mitte des Fußbodens eingelassen. Von der Raumgestaltung war eigentlich vorgesehen, dass genau hier – also in der Mitte des Raumes, der von seiner Form her in symbolischer Weise Himmel und Erde verbindet – der Altar stehen sollte. Nur aus praktischen Gründen, wurde der Altar aus der Mitte heraus und näher an die Rückwand gerückt, denn es wird in Gottesdiensten mehr Platz für die Stühle benötigt. Die Deckplatte des Reliquiengrabes stammt aus einem Stein der römischen Basilika San Lorenzo (12.Jhd., Vorgängerbau aus dem 5.Jhd.). Unsere Kapelle beherbergt Reliquien des Hl.Gaudentius (Glaubensbote und Märtyrer in Graubünden im 4.Jhd.) und der Hl.Clementia (Märtyrerin in Köln im 4.Jhd.).

Die Pieta ist eine Dauerleihgabe eines Gemeindemitgliedes.

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Der Kirchenpatron

Der Hl. Laurentius starb in Rom am 10.8.258 als Märtyrer. Bis heute feiern wir unser Patronatsfest am 10.August eines jeden Jahres. Laurentius war Diakon und daher vor allem mit der Sorge für die Kranken und Armen der Gemeinde betraut. Dass er nun auch zum Namenspatron des neuen Altenpflegeheims geworden ist, fügt sich in besonders schöner Weise.

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Reliquiengrab mit Deckelplatte aus der römischen Basilika San Lorenzo in  Lucina