Geschichte von St.Hedwig

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Die geschwungene Form der Kirche

Der ganze Stadtteil Neue Vahr wurde ab Ende der 50er Jahre auf der "grünen Wiese" errichtet und in wenigen Jahren hochgezogen. Er bot mehr als 30.000 Menschen eine neue Heimat, die in den Nachkriegsjahren als Flüchtlinge und Heimatvertriebene vor allem aus Oberschlesien und Ostpreußen nach Bremen kamen. Ihnen folgten ab Ende der 60er Jahre Spätaussiedler sowie Flüchtlinge und Asylsuchende aus aller Welt. Die ehemals selbständige Pfarrei St.Hedwig ist also keine durch viele Generationen gewachsene Gemeinde.

Als erster Gottesdienstraum stand ein Kulturraum in der ehemaligen Kaserne (heute Polizeipräsidium) zur Verfügung. Unser früherer Bischof Helmut-Hermann Wittler feierte dort als einen der ersten Gottesdienste die Christmette 1958. Erst viereinhalb Jahre später wurde die jetzige St.Hedwigskirche eingeweiht. Um ihren Namen gab es eine lange Diskussion: aus der Gemeinde wurde "St. Christophorus" oder "Heilige Familie" vorgeschlagen, die bischöfliche Behörde favorisierte "Heilig Geist", die Bremer Pastoralkonferenz wollte den Namen einer Heiligen, z.B. "St. Katharina" oder "St. Anna". Bischof Wittler aber entschied sich - gerade auch im Blick auf die vielen katholischen Flüchtlinge aus Schlesien - für den Namen "St.Hedwig".

Zeitweise hatte St.Hedwig mehr als 6500 Gemeindemitglieder (heute wohnen auf dem ehemaligen Gemeindegebiet nur noch etwa 4900 Katholiken). In den ersten zehn Jahren ihres Bestehens übernahmen verschiedene Ordenspriester die Seelsorge. Ihnen folgte ein Konvent mit vier Bistumspriestern. Während der Jahre des Konvents wurden die Gemeinden St.Hedwig, St.Laurentius, St.Antonius und St.Thomas zur "Region Bremer Osten" zusammengefaßt. Aus der Zeit stammt die hohe Wertschätzung und Ausgestaltung der Kirchenmusik, bald auch mit starker Ausprägung an holländischen Modellen. Wechselgesänge banden den Chor derart intensiv in die Liturgie ein, dass dafür später die Orgel von der Empore in den Kirchenraum versetzt wurde. Neue Liturgieformen, Predigtreihen, Predigtgespräche, Glaubensseminare und Taufkreise versammelten eine höchst aktive und auch einflussreiche "Wahlgemeinde" aus allen Bremer Stadtteilen in St.Hedwig.

Ab Ende der 60er Jahre begann zunächst der Zuzug der Spätaussiedler, später kamen dann weitere große Flüchtlingsströme aus aller Welt, als erste die sogenannten "Boat-People" aus Vietnam. Die Unterschiede zwischen ihren Frömmigkeitsformen und den Traditionen der Wahlgemeinde wurden zu groß. Die immer noch junge Gemeinde erlebte mit dem Weggang der Wahlgemeinde und damit vieler Ehrenamtlicher einen erheblichen Umbruch. Ein weiteres einschneidendes Ereignis war in den 90er Jahren die Eingliederung des Kirchenbezirkes St.Laurentius in die Gemeinde St.Hedwig.

Von Anfang an hat die Gemeinde St.Hedwig die Zusammenarbeit mit den ehemals vier evangelischen Schwestergemeinden gesucht. Die ökumenische Zusammenarbeit ist bis heute stark, angefangen mit gemeinsamen Gemeindegottesdiensten, dem gemeinsamen Schulprojekt mit Waslala in Nicaragua oder der gemeinsamen Sorge um den Abschiebegewahrsam.

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Das neue Pfarrzentrum