Verabschiedung von Pastor Dr. Rüdiger With
Sonntag, 02. Oktober 2016

An diesem Sonntag haben wir uns von Pastor Dr. Rüdiger With verabschiedet. Über sechs Jahre war er bei uns in St.Raphael tätig. Jetzt beginnt er eine neue Aufgabe in der Pfarreiengemeinschaft Emden und Borkum.

Zum Gottesdienst in St.Antonius um 11.00 Uhr versammelte sich eine große Gemeinde. Deutlich erkennbar kamen zu dieser Feier Gemeindemitglieder aus allen Teilen des großen Pastoralen Raumes zusammen. Ganz bewusst hatte Pastor Dr. Rüdiger With für diesen Gottesdienst die Schrifttexte genommen, die für diesen Sonntag vorgesehen waren: „Stärke unseren Glauben!", hieß es darin an zentraler Stelle. Das ist auch immer sein Anliegen gewesen: Den Glauben in der Gemeinde durch die Feier der Eucharistie und der Sakramente und der Auslegung der biblischen Texte in der Predigt zu stärken.

Bei den sich an den Gottesdienst anschließenden Grußworten wurde besonders sein ökumenisches Engagement hervorgehoben, sei es durch sein Mitwirken in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK Bremen) und hier zuletzt beim Ökumenischen Stadtkirchentag, sei es durch sein Unterstützen des „Friedenstunnels" (ehemals Rembertitunnel) oder sei es bei den Ökumenischen Gottesdiensten am Pfingstmontag beim Haus im Park auf dem Gelände des Klinikum Ost gewesen. Für die ACK Bremen verlas Pfarrer Dau ein Grußwort der Vorsitzenden, Pastorin Kayser, die dienstlich verhindert war. Für den Verein „Friedenstunnel - Setzt ein Zeichen" sprach die Vorsitzende, Frau Heygster. Für den Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand überreichte Herr Theil eine Raphaelsbronze. Das Pastoralteam schenkte ein großformatiges Foto des Hochkreuzes der St.Thomas-Kirche, von dem Pastor With immer wieder sagte, wie sehr es ihn innerlich anrühre. Auch die Messdiener aus St.Antonius überreichten ein Präsent.

Pfarrer Dau sagte in seinem Grußwort: „Sich dem Wirken des Geistes zu stellen, ist immer Wagnis und Risiko!" Dieser Satz ist ein - natürlich ganz aus dem Zusammenhang gerissenes - Zitat vom Ende Deiner Doktorarbeit. Aber ich möchte diesen Satz jetzt dennoch zu Deiner Verabschiedung herausgreifen dürfen. Denn Verabschiedung und Neubeauftragung sind ja stets auch geistliche und damit vom Geist „pro-vozierte" (also „hervorgerufene") und begleitete Prozesse. Dieser Geist hat Dich in Deinem Priesterleben schon weit hin- und hergetrieben: Ob als Pfarrer oder Schulseelsorger oder eben Doktorand, ob nach Ostfriesland oder ins Osnabrücker Land oder eben hier in eine Großstadt. Du weist, ich schlage bei Worten gerne die Wortherkunft nach, und das ist auch hier interessant: „Wagnis" beschreibt nämlich keine (wie man zunächst vermuten könnte) Ungewissheit, sondern leitet sich von althochdeutschen „wagan" her, das „sich trauen" und „den Mut haben" bedeutet. Und auch „Risiko" hat nicht zwingend (wie man meinen könnte) mit „Gefährdung" zu tun, sondern wird von einigen Sprachwissenschaftlern vom arabischen „rizq" hergeleitet, was „von Gottes Gnade abhängig" meint. Aus dem Wort „Sich dem Wirken des Geistes zu stellen, ist immer Wagnis und Risiko" spricht also eigentlich gar nichts „ungewiss abwartend etwas auf mich zukommen lassen" und auch nichts „mich verunsichern machen Wollendes" oder gar „etwas mich gefährden Könnendes". Aus dem Wort spricht vielmehr die große Zuversicht des „sich trauens" und des „sich zutrauens" und auch die zutiefst sicher machende Gewissheit, sich dabei restlos von Gottes Gnade abhängig wissen zu dürfen, also sich restlos getragen und behütet zu erfahren. Was gäbe es Sichereres?"

Bewegt und dankbar verabschiedete sich Pastor Dr. Rüdiger With mit persönlichen Worten. Beim anschließenden Beisammensein - mit sehr leckeren Suppen! - konnte er noch einmal viele persönliche Gespräche führen. Wir wünschen ihm in seiner neuen Stelle Gottes reichen Segen!

Im Pfarrbrief bedankte sich Pastor Dr. Rüdiger With einige Tage später: „Liebe Gemeinde! Ich danke allen (!!) von ganzem Herzen für meine so warmherzige Verabschiedung am Sonntag!! Mir fehlen im Letzten die Worte. So viel Herzlichkeit, Freundlichkeit und Dank hatte ich nicht erwartet. So gehe ich mit etwas schwerem Herzen und werde Bremen in guter Erinnerung gehalten. Danke für Ihr Vertrauen! Danke für die gemeinsame Zeit! Denken wir im Gebet manchmal aneinander. Mit ganz lieben Grüßen, Ihr Pastor Rüdiger With."