150 Jahre St.Godehard
Freitag, 03. Mai 2013
Am 3.Mai 1863 feierte Missionar Franz Bertram den ersten Gottesdienst in einem Schuppen neben der Windmühle auf dem Mühlenberg. Hemelingen gehörte damals noch zum Königreich Hannover und damit zum Bistum Hildesheim. Vor den Toren der Stadt Bremen gelegen, hatte sich Hemelingen zu einem wichtigen Industriestandort entwickelt. Mit Rücksicht auf seine Häfen war Bremen nämlich nicht dem Deutschen Zollverein beigetreten. Für Gewerbe und Industrie bot aber gerade das einheitliche Zollgebiet erheblich Absatzvorteile. Die zahlreichen Betriebe benötigten sehr viele Arbeitskräfte. So kam es innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem großen Zuzug, auch aus katholischen Gegenden wie dem Eichsfeld und dem Emsland, aber sogar auch aus den Donauländern der K-u-K-Monarchie. Zwischen 1863 und 1900 verzehnfachte sich die Zahl der Katholiken auf fast 1000. Heute leben hier gut 2300 der insgesamt etwa 12.400 Mitglieder des Pastoralen Raumes St.Raphael, der seit dem 1.Januar 2007 besteht.

Die bald nach der Ankunft von Missionar Bertram errichtete erste Kapelle trug den Namen St.Joseph. Dieser Name wurde sehr bewußt gewählt, denn der Hl. Joseph gilt als Schutzpatron der Arbeiter und Handwerker. Auch die später errichte neuromanische Pfarrkirche behielt dieses Patrozinium. Schon der Bau der Kirche mitten in einem Industrie- und nicht Wohngebiet (!) ist ein starkes Zeichen, wie sehr die Kirche damals den Blick auf die Arbeiterschaft gerichtet hatte, eine Bevölkerungsgruppe, die sonst oft vernachlässigt wird.

Nach 1863 kaufte die Gemeinde ein Grundstück, baute darauf allerdings zuallererst eine Schule und erst um 1900 die Kirche und zehn Jahre später das Pfarrhaus. Zudem wurde am Brüggeweg ein Friedhof eingerichtet.

Die Orte Hemelingen, Arbergen und Mahndorf kamen 1939 zu Bremen, aber erst 1970 wurden die Diözesangrenzen angepasst und die Gemeinde wechselte ins Bistum Osnabrück. Weil es hier schon eine St.-Josef-Kirche (in Oslebshausen) gab und auch das Katholische Krankenhaus den Hl.Josef zum Patron hatte, wurde die Kirche in St.Godehard unbenannt, einem der Gründungsbischöfe Hildesheims und Bremens.

Das Festprogramm

Am Jubiläumstag (3.Mai), einem Freitag, feiert die Gemeinde um 19.00 eine festliche Vesper in der St.Godehard-Kirche.

Nach der Vesper sind alle früheren und heutigen Haupt- und Ehrenamtlichen zu einem Beisammensein im Pfarrheim eingeladen.

Am Sonntag darauf (5.Mai), zufälligerweise zugleich auch dem Gedenktag des Hl. Godehard, feiern wir um 9.30 Uhr das Festhochamt mit Weihbischof Theodor Kettmann, der auch die Predigt hält.

Beim anschließenden kleinen Festakt in der Kirche sprechen: Für die Gremien von St.Raphael Frau Prevot, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates; für die evangelischen Kirchengemeinden auf dem ehemaligen Gemeindegebiet Pastorin Kind von der Ev. Kirche Hemelingen; für den Stadtteil Frau Bredow, die Vorsitzende des Ortsbeirates Hemelingen; und aus dem Blick der Gewerbetreibenden Herr Otto, Inhaber der gleichnamigen Glockenfirma, die schon vor dem 1.Weltkrieg die ersten Glocken und dann auch nach dem 2.Weltkrieg die neuen Glocken gestiftet hatte.

Im Anschluss an die Grußworte sind alle zu einem offenen Empfang im Pfarrheim eingeladen, bei dem auch ein Imbiss gereicht wird.

In der Kirche und im Pfarrheim ist eine Fotoausstellung zu besichtigen, die mit viel Sorgfalt und liebevoller Arbeit zusammengestellt wurde und in vielen Kapiteln die Geschichte und das Gemeindeleben von St.Joseph / St.Godehard lebendig werden lässt.

In Fortführung seines ersten Buches zum 125jährigen Jubiläum („Fremde aufnehmen") hat Wilhelm Tacke einen Ergänzungsband („Bei der Windmühle fing alles an") verfasst. Die Festschrift kann zum Preis von 10,- Euro im Pfarrbüro erworben werden.

Die Senioren der Gemeinde sind am Mi., 15.Mai bei Kaffee und Kuchen zu einer „Zeitreise" durch die Geschichte der Gemeinde eingeladen; den Nachmittag beschließt eine Andacht in der Kirche.

Am So., 26.Mai sind alle von 14.30 bis 17.00 Uhr zu einer besonderen Kirchenführung willkommen: Gemeindemitglieder betrachten die Kirche und Kunstwerke und stellen sie aus ihrer Perspektive vor; auch an diesem nachmittag werden im Pfarrheim Kaffee und Kuchen gereicht.

Unter dem Gedanken „Ein Haus aus lebendigen Steinen" ist am 5.Juni um 19.00 Uhr ein Abend zur Architektur und Symbolgeschichte der Kirche gestaltet.

Ein Gemeindefest am So., 9.Juni, angefangen mit dem Gemeindegottesdienst um 9.30 Uhr bis in den Nachmittag gegen 16.00 Uhr beschließt die Jubiläumsfeiern.