Außenstation St. Barbara

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Am 15.September 1975 ga der damalige Bischof Dr. Helmut-Hermann Wittler die kirchenoberliche Genehmigung zum Bau einer Außenstation im Stadtteil Arbergen. Den Entwurf eines Gemeindehauses mit integriertem Gottesdienstraum sowie eines Wohnhauses mit Wohungen für einen Hausmeister sowie eine(n) Pastorale(n) Mitarbeiter(in) erstellte Herr Architekt Dipl.-Ing. Heckrott (Bremen); die Bauleitung übernahm Herr Architekt Behèrycz (Bremen). An den Baukosten von rund 1,2 Millionen DM beteiligte sich mit einer hohen Summe auch das Bonifatiuswerk. Die Grundsteinlegung erfolgte am 9.April 1976, das Richtfest wurde am 22.September 1976 begangen.

Am 22.Januar 1977 wurde die Kapelle durch Weihbischof Karl-August Siegel (Osnabrück) und Propst August Sandtel (Bremen) geweiht. An dieser Festmesse nahmen auch der Gemeindepfarrer Eugen Kaesbach und seine beiden Brüder aus Bremen (St.Antonius) und Hamburg (St.Johannis) sowie der frühere Gemeindepfarrer von St.Godehard, Dechant Johannes Hellmold (jetzt Bremerhaven), teil. In einer Abstimmung im Advent 1976 hatte sich die Gemeinde als Reverenz für die vielen Heimatvertriebenen aus Schlesien, die in der Gemeinde zugezogen waren, für die Außenstation den Namen "St.Barbara" erbeten, den diese nun auch erhielt. Beim anschließenden Empfang sprachen Herr Ortsamtsleiter Rissland und in ökumenischer Verbundenheit Herr Pastor Wilhelm Braun; in dessen St.Johannis-Kirche Arbergen war die Gemeinde zvor mehrere Jahre zu Gast gewesen.
Der Bau der Außenstation erschien wegen der Randlage der Pfarrkirche St.Godehard geboten, denn bis Arbergen ergaben sich Kirchwege von bis zu sieben Kilometern. Durch die geplanten und teilweise auch schon erstellten Neubaugebiete in Arbergen und Mahndorf vermutete man hier den Zuzug einer größeren Zahl von Katholiken. St. Barbara sollte den hier erwarteten 700 (von insgesamt gut 2300) Katholiken einen Gottesdienst- und Versammlungsort bieten. Der Kapellenraum sollte durch bewegliche Wände je nach Bedarf erweitert werden können. Für die Gemeindearbeit waren mehrere Räume für Kinder, Jugendliche und Erwachsene vorgesehen. Das Gemeindeleben wurde dann auch durch die neuen Möglichkeiten bereichert, und das nicht allein im Blick auf die Ortsteile Arbergen und Mahndorf, sondern für die ganze Gemeinde. In den Räumlichkeiten fanden viele Katechesestunden, Erwachsenenbildungsseminare, Arbeitskreise und Gemeindefeste statt. Am 29.12.1977 eröffnete eine Kindergartengruppe, die von der "Elterninitiative Arbergen / Mahndorf e.V." getragen wurde. Die "Rummelbumms", so heißt diese Gruppe, bietet Platz für zwanzig Kinder. Zeitweise wurden einige Räume auch für Sozialberatungsdienste oder die Arbeit von Streetworkern zur Verfügung gestellt. Wegen Problemen mit dem Flachdach erhielt das Gemeindezentrum später noch ein leichtes Spitzdach mit großer Laterne, gekrönt von einem Kreuz. Am 1.Januar 2007 wurde St.Godehard/St.Barbara mit drei weiteren Kirchengemeinden zum Pastoralen Raum St.Raphael verbunden.
Leider wurden die vorgesehenen Bebauungspläne nicht vollständig umgesetzt. So stieg die Bevölkerungszahl in Arbergen und Mahndorf nicht in dem Maß wie es zunächst geplant war. Der allgemeine Bevölkerungs- und auch Kirchenbesucherrückgang tat ein übriges. Nach und nach wurden die Räumlichkeiten nicht mehr so ausgenutzt wie es gewünscht war. Deshalb gab es bereits seit Ende der 1990er Jahre sowohl aus pastoralen wie aus finanziellen Gründen (z.B. Sanierung des Wohnhauses oder der Heizung) Überlegungen, diese Außenstation wieder aufzugeben. Im Jahr 2010 nahmen an den Eucharistiefeiern, die einmal wöchentlich sowie alle vierzehn Tage samstags stattfinden, häufig nicht mehr als dreißig Gläubige teil. Nach einem Beschluß des Kirchenvorstandes St.Raphael und mit Zustimmung des Bistums wurde darum seit dem Spätsommer 2010 nach einem Käufer für das Grundstück und die Gebäude gesucht, der eine solche Weiterverwendung garantierten konnte, die die Würde des Hauses beachtet. Leider konnte aber kein Interessent für eine kirchliche, soziale oder kulturelle Nachnutzung gefunden werden. Darum wurde beschlossen, die Immobilie an einen Investor zu veräußern, der die Gebäude vollständig abreißen und an ihre Stelle Reihen- und Doppelhäuser errichten wird.

Am 2.Juli 2011 feierte die Gemeinde den letzten Gottesdienst in St.Barbara. Diesen Gottesdienst zelebrierte in Vertretung des Bischofs Domkapitular Msgr. Ansgar Lüttel. Bei einem anschließenden Empfang und einer liebevoll vorbereiteten Fotoausstellung konnten viele noch einmal das Gemeindeleben, das in dieser Außenstation stattfand, Revue passieren lassen. Auch der Kindergarten, der inzwischen in der Nähe ein neues Quartier gefunden hat, sang ein Ständchen. Die Aufgabe der Außenstation St.Barbara ist für viele Gemeindemitgliedern ein schmerzlicher Einschnitt. Einige von ihnen haben noch den Aufbau miterlebt und dafür gespendet oder tatkräftig mitgeholfen. Nun wird das Gebäude wieder geschlossen und abgerissen. Wir wissen, daß Gottes Ort auf Erden weniger einem feststehendem Haus, sondern eher einem Zelt gleicht, das auf-, aber auch wieder abgebaut werden und weiterziehen kann - aber das alles auch selber mitzuerleben, ist noch einmal etwas anderes. Wir wünschen uns sehr, daß daß die Entscheidung, St. Barbara zu schließen, so schmerzlich sie auch ist, auf Zukunft hin in guter Weise Kräfte bündelt.

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Außenansicht des ehemaligen Gemeindezentrums St.Barbara

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Der Gottesdienstraum

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Der erweitere Gottesdienstraum

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Das Wandkreuz