Abschlussgottesdienst in St.Barbara
Samstag, 02. Juli 2011

Mit einem bewegenden Gottesdienst haben wir Abschied genommen von der Außenstation St.Barbara in Bremen-Arbergen. Mehr als zweihundert Menschen hatten sich dazu in der weit geöffneten Kapelle versammelt, darunter Gemeindemitglieder nicht nur aus Arbergen und Mahndorf, sondern allen Teilen unseres Pastoralen Raumes, Vertreter der evangelischen Nachbargemeinden sowie "Ehemalige", die längst weggezogen, für diesen Anlass aber noch einmal angereist kamen. Im Auftrag des Bischofs von Osnabrück verlas Domkapitular Msgr. Ansgar Lüttel das Drekret, mit dem die kirchliche Nutzung des 1977 eingeweihten Gemeindezentrums aufgehoben und das Gotteshaus profaniert wurde. Als sichtbares Zeichen der Profanierung wurde am Schluss der Eucharistiefeier das "Ewige Licht" gelöscht und das Ziborium mit den geweihten Hostien aus dem Tabernakel genommen und nach St.Godehard gebracht.

In seiner Predigt ging Domkapitular Lüttel vor allem auf die Gefühle der anwesenden Gläubigen ein. Viele von ihnen hatten vor 34 Jahren den Aufbau der Außenstation der St.Godehard-Gemeinde für die damals wachsende Zahl der Katholiken in Arbergen selbst miterlebt und unterstützt. Er verstehe deren Traurigkeit, warb aber gleichzeitig um Verständnis für die Entscheidung, die sich niemand in der Gemeinde oder im Bistum leicht gemacht habe. Nüchtern beschrieb er die zurückgehende Zahl der Gottesdienstbesucher und besonders der Priester. Demographische, pastorale und finanzielle Gründe hätten bereits seit längerem für die Aufgabe dieses Kirchenstandortes gesprochen. Auch wenn sich das Leben der christlichen Gemeinden in einer zunehmend antireligiösen Gesellschaft radikal verändere, so sehe er auch Zeichen neuen Lebens und Aufbruchs. Er nannte neue kirchliche Gemeinschaften und die wachsende Zahl von Menschen, die als Erwachsene zum Glauben und in die Kirche finden. Die Kirche müsste offen sein für Menschen, die Spiritualität und Orte des Gebetes suchten. Dass St.Barbara über 34 Jahre so ein Ort gewesen sei, dafür sei er dankbar. Mit dem Abschluss in St.Barbara ziehe sich kirchliches Leben nicht aus dem Stadtteil heraus. Für ältere Gemeindemitglieder, für die die Anbindung an St.Godehard schwer sei, werde ein Fahrdienst zu den Gottesdiensten nach St.Godehard eingerichtet. Entscheidend seien für Gott nicht feste Orte, sondern die Verehrung Gottes in "Geist und Wahrheit" (aus dem Evangelium des Abschlussgottesdienstes); nicht von ungefähr sprach deshalb die vorgetragene alttestamentliche Lesung, daß Gottes Herberge ein "Zelt" sei, dass mit den Menschen unterwegs sei. Christen seien Pilger auf dem Weg, sie kennen Neuaufbrüche und auch den damit verbundenen Abschiedsschmerz.
Annette Prevot und Silvia Bursch vom Pfarrgemeinderat-Vorstand versicherten, dass die Katholiken aus Arbergen und Mahndorf in den anderen Kirchen des Pastoralen Raumes St.Raphael willkommen seien. Auch die sakralen Gegenstände aus der Kapelle würden dort ein neues Zuhause finden. Für fröhliche Stimmung sorgten die Kinder und Erzieherinnen der "Elterinitiative Arbergen". Die Kindergartengruppe der Elterninitiative war ebenso wie der "Verein für Förderung akzeptierender Jugendarbeit" sowie in früheren Zeiten eine Arbeitslosenberatung lange als Gast in St.Barbara untergekommen.
Die 34jährige Geschichte von St.Barbara wurde in einer liebevoll zusammengestellten Foto-Ausstellung sowie einer DVD festgehalten; darum hatte sich im Vorfeld eine kleine Arbeitsgruppe mit viel Engagement gekümmert. Auf sehr anschauliche Weise wurden so noch einmal schöne Einblicke in das vergangene Gemeindeleben nachvollziehbar.
Grundstück, Gemeindezentrum und Hausmeisterwohnung wurden an einen privaten Investor veräußert, der die Gebäude abreißen und an ihrer Stelle Reihen- und Doppelhäuser errichten wird. Auf dem heutigen Gebiet des Pastoralen Raumes St.Raphael wurde 1999 bereits die Kiche St.Laurentius abgerissen, die allerdings durch eine Kapelle im gleichnamigen Caritas-Altenheim ersetzt wurde, das an gleicher Stelle errichtet worden ist.

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Priester und Meßdiener versammeln sich am Ende des Gottesdienstes noch einmal um den Altar