Briefwechsel Pfarrgemeinderat / Personalreferent
Mittwoch, 09. September 2009

Offener Brief des Pfarrgemeinderates vom 9.September 2009

Lieber Bischof Bode,

heute wenden wir uns im Namen der Gemeinde St:Raphael direkt an Sie als Leitung des Bistums Osnabrück, um die aktuelle Situation hier im Bremer Osten zu schildern.

Seit Ende Januar dieses Jahres ist Pfarrer Joachim Dau alleine für den größten Pastoralen Raum in Bremen zuständig. Er bemüht sich nach Kräften, seiner großen Aufgabe mit Hilfe seines Teams gerecht zu werden und die noch zusammenwachsende Gemeinde zusammenzuführen. Zunehmend machen wir uns jedoch Sorgen um seine Gesundheit und Belastbarkeit. In der Gemeinde wird die Angst geäußert, dass aufgrund der Mehrbelastung und der fehlenden Möglichkeit des Ausgleichs durch Urlaub in Kürze der verbliebene Priester auch ausfällt.

Uns wurde mehrfach in eher zufälligen Gesprächen zugesagt, dass man sich baldmöglichst um eine Wiederbesetzung der Stelle des Pastors zur Mitarbeit bemühen würde. Im Vertrauen auf diese Zusage haben wir abgewartet und dies auch fragenden Gemeindemitgliedern weitergegeben.

Inzwischen scheint die Wiederbesetzung noch in diesem Kalenderjahr fragwürdig zu sein. Wir sehen allerdings, dass Neubesetzungen in anderen Pastoralen Räumen durchaus umgesetzt werden. Da stellt sich die Frage, warum es nicht möglich ist, für die zahlenmäßig größte Gemeinde eine Versorgung mit zwei Priestern hinzubekommen.

Dankbar sind wir für die Unterstützung der Bremer Priester, die sich an den Wochenenden als Vertretungen zur Verfügung stellen. Aber auch hier sind die Kapazitäten begrenzt. So kam es in den Sommerferien vor, daß nicht in allen Kirchen am Wochenende eine Messe gefeiert werden konnte. Innerhalb der Woche ist dies schon selbstverständlich geworden, an Wochenenden ist dieser Zustand nicht tragbar. Viele Gemeindemitglieder akzeptieren die Wortgottesfeiern während der Woche, begegnen ihnen aber am Sonntag mit großer Skepsis. Außerdem fällt es vielen schwer, sich auf die häufig wechselnden Priester einzustellen.

Eine Abhilfe soll der englischsprachige Priester P. Habing schaffen, der aus den USA nach Deutschland kommt, um seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Wir sind gerne bereit, diesen Priester willkommen zu heißen. Aber: Wird sich dadurch die Neubesetzung des Pastors zur Mitarbeit noch weiter verzögern? Werden die Hauptamtlichen durch zusätzliche Predigtdienste weiter belastet? Diese und weitere Fragen stellen sich die Gemeindemitglieder inzwischen mit zunehmender Sorge.

Die Gemeinde braucht unbedingt einen zusätzlichen Priester, mit dem sie längere Zeit zusammenarbeiten kann. Da in der Vergangenheit schon der Wechsel des einen vertrauten Priesters ( Pfarrer Wilken) und der überraschende Weggang des neuen Priesters (Pastor Schlegel) verkraftet werden mußte, ist es dringend geboten, hier eine stabile Lösung zu finden. Gemeindearbeit lebt durch Beziehungen, die sich erst bilden müssen, und gegenseitiges Vertrauen, das Zeit zum Wachsen braucht. Mit Sorge beobachten wir die stark zurückgehenden Besucherzahlen in den Sonntagsgottesdiensten.

Wir fühlen uns allein gelassen und haben den Eindruck, dass unsere Gemeinde für Osnabrück sehr weit entfernt ist. Bitte teilen Sie uns daher umgehend mit, was von Ihrer Seite aus unternommen wird, um für St.Raphael eine dauerhafte Lösung zu finden.

Mit freundlichem Gruß, Gudrun Pusch, PGR-Vorsitzende

Antwortschreiben des Personalreferenten vom 17.September 2009

Sehr geehrte Frau Pusch,

zunächst darf ich Ihnen im Namen unseres Bischofs für Ihren Brief vom 0.9.09.2009 sehr herzlich danken. Selbstverständlich teilt er Ihre Sorge um Pfarrer Dau und die priesterlichen Dienste in St.Raphael.

Der Bischof hat mich gebeten, Ihnen in seinem Namen zu antworten. Sie wissen, dass mir die Bremer Situation sehr vertraut ist. So werden Sie mir glauben, dass ich gerne schon eine Lösung gefunden hätte. Nach dem unerwarteten Weggang von Pastor Schlegel habe ich zwei Priester für diese Stelle angefragt. Beide konnten sich leider nicht für Bremen entscheiden. Es ist Praxis in unserem Bistum, nicht Priester gegen ihren Willen an einen bestimmten Ort zu versetzen, da dies wohl nicht zu einer fruchtbaren Arbeit führt. Einen priesterlichen Mitarbeiter für Ihre Gemeinde zu finden, ist dringend nötig. Bitte glauben Sie mir, dass ich intensiv mit diesem Thema beschäftigt bin.

Eine Neubesetzung muß immer von verschiedenen Seiten her bedacht werden. Der Priester, der den Deist übernehmen soll, muß sich auf die Gemeindesituation und die übrigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen möglichst gut einstellen können. Nicht jrder Priester ist für jede Aufgabe geeignet. Insgesamt geht die Zahl der Priester zurück. Nur wenige sind tatsächlich versetzbar, weil sie schon lange genug in ihrer Aufgabe tätig sind. Unter dieser Rücksicht kann ich manchmal nicht so schnell handeln, wie ich möchte,

Mit Pfarrer Dau ist besprochen, dass ein neuer Priester kommt, sobald dies möglich ist. Der amerikanische Priester Paul Habing ist zur Überbrückung dort und könnte für ein Jahr auch bleiben, wenn inzwischen ein neuer Pastor gefunden wird.

Vielen Dank noch einmal für Ihre Mitsorge und fü alle ehramtliche Mitarbeit, besonders in dieser unerwartet schwierigen Zeit.

Freundliche Grüße, Domkapitular Msgr. Ansgar Lüttel, Personalreferent