Beauftragung zum Beerdigungsdienst
Donnerstag, 16. Oktober 2008

Im Rahmen seiner Visitation hat Bischof Bode am Donnerstag, 16. Oktober im Rahmen einer Eucharistiefeier um 18 Uhr in St. Johann siebzehn Pastoral- und Gemeindereferenten aus allen fünf Pastoralen Räumen sowie dem Krankenhauspfarramt die Beauftragung zum Beerdigungsdienst ausgesprochen. Aus unserer Gemeinde wurden mit diesem Dienst unsere Pastorale Mitarbeiter Frau Elisabeth Hunold-Lagies und Bernard Tenberge beauftragt.

Angesichts der hohen Beerdigungszahlen in allen fünf Pastoralen Räumen und unserem Wunsch, dennoch genügend Zeit und Muße für Trauergespräch und Begleitung sowie zur Vorbereitung der Trauerfeier zu haben, hatte sich der Stadtpastoralrat Bremen an unseren Bischof mit der Bitte gewandt, diese Beauftragungen auszusprechen.

Der Beerdigungsdienst greift ein uraltes christliches Handeln auf, denn „Tote beerdigen" zählt von Beginn der Kirche an als eines der sieben „Werke der Barmherzigkeit", die jedem Christen anvertraut sind. In den europäischen Kirchen übten später allerdings üblicherweise allein Priester und Diakone diesen Dienst aus. In den meisten außereuropäischen Ländern blieb der Beerdigungsdienst dagegen immer Aufgabe aller Gläubigen. Seit einigen Jahrzehnten lebt diese Praxis, sicherlich angestoßen durch den zunehmenden Priestermangel, aber auch in immer mehr deutschen und europäischen Bistümern wieder auf.

In unserem Pastoralen Raum St.Raphael haben wir übrigens einen besonderen Bezug zu diesem Dienst. Das alttestamentliche Buch Tobit, das die Raphaelslegende zum Inhalt hat, nimmt seinen Anfang bei dem alten Tobit, der auch im Exil seinem Glauben treu bleibt und trotz ausdrücklichen Verbotes und persönlicher Gefährdung verstorbene Mitbürger beerdigt: „Schon zur Zeit König Salmanassers hatte ich den Brüdern meines Stammes aus Barmherzigkeit viel geholfen: Ich gab den Hungernden mein Brot und den Nackten meine Kleider; wenn ich sah, dass einer aus meinem Volk gestorben war und dass man seinen Leichnam hinter die Stadtmauer von Ninive geworfen hatte, begrub ich ihn. Ich begrub heimlich auch die, die der König hinrichten ließ. Als der König die Leichname suchen ließ, waren sie nicht mehr zu finden. Ein Einwohner von Ninive ging jedoch zum König und erstattete Anzeige; er sagte, ich sei es, der sie begrabe. Deshalb musste ich mich verstecken." (aus Tobit, 1,16-19a)