Wegegottesdienst in St.Barbara
Mittwoch, 27. Juni 2007

Bevor das hohe Dach mit dem Kreuz aufgesetzt wurde, einige Jahre nach der Einweihung von „Haus St.Barbara", sollen sich Passanten gefragt haben, was das wohl für ein Gebäude sei, denn als Kirche war es nicht unbedingt zu erkennen.

Und auch die Figur der Hl. Barbara neben dem Eingang sieht man erst auf den zweiten Blick.

Tatsächlich liegt im Zentrum des Hauses auch nicht der Sakralraum, sondern die Diele mit dem Kamin; sie soll auch nach dem Gottesdienst noch zum Aufenthalt einladen. Auch der Vorplatz ist als Ort der Begegnung konzipiert.

Unser Wegegottesdienst spiegelt diese Dreiteilung wieder. Wir beginnen draußen mit einer liturgischen Begrüßung und einer kurzen Einführung in den Werdegang des Gebäudes. Dann erklingt aus dem Inneren eine Flötenmelodie, wie um die Gemeinde „hineinzulocken". In der Diele singen wir gemeinsam im Wechsel den Psalm 122 - er handelt von der Wallfahrt nach Jerusalem und von der Freude am Haus Gottes. Damit handelt er auch von der Freude, die nach der Fertigstellung die Gemeinde empfunden hat, in der viele Mitglieder von weit her kamen. (Auch der Name „Barbara" lässt sich mit „die Fremde" übersetzen!) Kurz darauf lockt wieder die Flöte zum Weitergehen, jetzt in den Sakralraum.

Der Sakralraum ist fast schmucklos; was er ist, wird er durch die hier versammelten Menschen. Das wird thematisiert in Lesung, Gebet und der Antiphon „Ubi caritas et amor, Deus ibi est" („Wo die Güte und Liebe, da ist Gott"). Außerdem werden die Klangfarben der Truhenorgel vorgestellt - auch sie ein schlichtes Instrument, deren Register ausschließlich Flötencharakter haben.

Anschießend sitzen wir noch lange in der Diele zusammen - ganz wie es sich der Architekt damals gedacht hatte.

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Bronzerelief der Hl.Barbara neben dem Haupteingang