Informationen zur Gemeinde

Was unsere Kirchengemeinde besonders kennzeichnet:

St.Raphael ist eine sehr große Gemeinde, denn zu ihr gehören über 12.000 Katholiken. Damit sind wir die größte katholische Kirchengemeinde Bremens und auch eine der größten unseres Bistums Osnabrück.

St. Raphael ist eine stark gegliederte Gemeinde, denn zu ihr gehören elf sehr unterschiedlich geprägte Bremer Ortsteile: Neue Vahr, Gartenstadt Vahr, Blockdiek, Osterholz, Ellenerbrok-Schevemoor, Tenever, Sebaldsbrück, Hemelingen, Arbergen, Mahndorf sowie ein kleines Gebiet von Oberneuland.

St.Raphael ist eine sehr junge Gemeinde, denn sie wurde erst am 1.1.2007 gegründet. Sie entstand durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Pfarrgemeinden St.Antonius, St.Godehard (mit der ehemaligen Kapelle St.Barbara), St.Thomas und St.Hedwig (mit der Kapelle St.Laurentius).

St.Raphael ist eine wahrlich internationale Gemeinde, denn hier leben Katholiken aus über 60 Herkunftsländern. Die größten Gruppen ausländischer Katholiken kommen dabei aus Polen, Kroatien, Ghana, Italien, Spanien, Vietnam und dem Gebiet des früheren Jugoslawien. Regelmäßig kommen in unserer Gemeinde Eriträer, Polen, Koreaner und Vietnamesen zu muttersprachlichen Andachten und Gottesdiensten zusammen.

Was uns unser Namenspatron „St.Raphael“ bedeutet:

Das Buch Tobit des Alten Testamentes berichtet von dem Schicksal, dass über die Familie des alten Tobit hereingebrochen ist: Nach der Niederlage Israels wird er in das Exil verschleppt, durch ein Unglück erblindet er und nach einer Intrige verarmt er völlig. Dennoch hält er unbeirrt am Glauben seiner Väter fest und übt so gut er noch kann tätige Nächstenliebe. In dieser Situation bittet er seinen Sohn Tobias, sich auf eine gefährliche Reise zu begeben, um bei einem früheren Geschäftsfreund eine größere Summe Geld, die er dort hinterlegt hat, zu holen. Für diese Unternehmung gewinnt Tobias den von Gott gesandten Raphael als Reisebegleiter. Durch dessen Beistand und klugen Rat gelingt alles: Tobias erhält das Geld, ihm wird ein Heilmittel gegen die Erblindung seines Vaters geschenkt, er selber findet eine Ehefrau und alle können sicher zurückkehren. Die ganze Familie hat wieder neues Glück und eine gute Zukunft gefunden.

Diese biblische Überlieferung berührt in tiefer Weise die besonderen Lebenswege vieler unserer Gemeindemitglieder. Denn gerade die Ortsteile der Neuen Vahr, der Gartenstadt Vahr, von Blockdiek, Osterholz und Tenever, aber auch noch weitere Wohnviertel unserer Gemeinde entstanden für Familien, die in ihrem Leben durch Krieg und Vertreibung vergleichbare Lebenserfahrungen machen mußten, die dabei wie Tobias auf Gottes Wegbegleitung und Beistand vertraut haben und hier in Bremen zu einer neuen Zukunft und neuem Lebensglück gefunden haben. Dies gilt nicht nur für die unzähligen Heimatvertriebenen nach dem 2.Weltkrieg, sondern auch in den Jahrzehnten danach für die „Boat-People“ aus Vietnam, die Asylsuchenden aus Afrika oder die Kriegsflüchtlinge vom Balkan.

Der Hl.Raphael wird bis heute als besonderer Wegbegleiter vor allem der Reisenden und Auswanderer, der Asylsuchenden und Immigranten geehrt. Sein Name („Gott heilt“) setzt den wichtigen Impuls, auch heute offen – und damit auch heilend – auf alle diejenigen zuzugehen, die bis heute zu uns nach Deutschland kommen, um hier für sich und ihre Familie Schutz, Zukunft und neues Lebensglück zu finden.